Betrifft Kinder

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Dies ist die herzbeklemmende Geschichte von einem kleinen Wusel, genannt Klein. Es geht ihm nicht gut. Viel zu oft gibt es zu Hause Streit. An viel zu vielen Tagen hat Klein zu Hause Angst. Aber davon kann es keinem etwas sagen. Oder?

Es kommt ein Tag, an dem Klein einfach von seiner Not erzählt. Die Erzieherin in der Kita ist so lieb, da traut es sich. Und das ändert alles. Wenn es zu Hause nicht gut ist: ein kleines, starkes Bilder- und Gesprächsbuch
 

  • Thema »Häusliche Gewalt« behutsam aufbereitet für Kleine
  • Gehört in jeden Kindergarten und jede Grundschule
  • Ausdrucksstarke und liebevolle Illustrationen


Eine Meisterin in der Darstellung tief empfundener Gefühle mit ganz wenigen Strichen ist die schwedische Illustratorin und Autorin Stina Wirsén. Schon ihre kleinformatigen Nalle-Bücher zeigten in humorvoller und sehr sensibler Weise, wie kleine Wesen von großen Gefühlen geradezu überwältigt werden können: Liebe, Glück, Eifersucht, Angst  – in den vier kleinen Bänden steckt alles. Im Zentrum steht Nalle, ein kleines, beinahe hingekritzeltes Fantasiewesen, das beim Backen mit Oma oder der Übernachtungsfeier mit seinem Freund, beim versunkenen Spiel ganz für sich allein oder der Machtprobe mit dem großen Nalle Gefühle kennenlernt. Jetzt liegt ein neues Buch der Minimalistin vor, das erneut ein kleines Fantasiewesen in den Fokus rückt. Doch ist der Grundton dieses neuen, abermals kleinformatigen Bilderbuchs ein anderer. Schon das Titelbild von »Klein« lässt ahnen, dass es hier weniger leicht und humorvoll zugeht.
 




Zu sehen ist ›Klein‹, wenig Raum einnehmend, vor einem erdrückend großen, leeren Hintergrund. Es lässt die Ohren hängen, hat Beine und Hände zusammengepresst, den Blick leicht erhoben – alles an ihm drückt Unsicherheit, Angst, Verlassenheit aus. ›Klein‹ wohnt bei ›Groß‹ und ›Stark‹, die sich oft streiten und alle Fröhlichkeit aus Kleins Leben vertreiben. Klein muss die Wut und die Trauer der beiden Großen hilflos mit ansehen; Trost wollen sie nicht, weder empfangen, noch geben, und so bleibt Klein mit seinen traurigen Gefühlen allein.

Stina Wirsén greift ein Thema auf, das vielen Kindern nur zu bekannt ist. Sie leben in einer Welt, in der Erwachsene oft um sich selbst und ihre eigenen Probleme kreisen, ohne ihre Kinder mit einzubeziehen. Von ihren negativen Gefühlen beherrscht, bleibt kaum Raum für ein wenig Zuwendung, und die Verzagtheit und die Einsamkeit des Kleinen wird von Wirsén mit wenigen Strichen so stark ausgedrückt, dass manche Bilder zu Tränen rühren. Doch die Illustratorin lässt ihren kleinen Helden nicht in seiner ausweglosen Situation allein. Die Erkenntnis »›Klein‹ muss sich selbst retten!« bringt einen Wendepunkt. ›Klein‹ holt sich Hilfe von den Nachbarn und der Erzieherin im Kindergarten. Es gelingt ihm, von zu Hause zu erzählen, von seinen Gefühlen und seiner abgrundtiefen Traurigkeit. Die Hilfe, die ›Klein‹ daraufhin erfährt, stärkt auch das betroffene, lesende Kind: »Du bist klein. Du bist gut. Dir darf man keine Angst machen. Dich darf man niemals stoßen oder schlagen. So ist das. Deine Großen sollen sich um ihr Klein kümmern.«

Es gibt kein Allheilwundermittel und kein aufgesetztes glückliches Ende, in dem ›Klein‹ plötzlich die Liebe durch »seine« Großen erfährt – aber es gibt ein hoffnungsvolles Ende, in dem gezeigt wird, dass alle Großen im Leben eines Kleinen die Aufgabe haben, sich zu kümmern. Ein wahnsinnig starkes Buch über die Rechte der Kinder, das jedem Kind zugänglich gemacht werden sollte.


Stina Wirsén
Klein

Klett Kinderbuch ab 3
Hardcover, 40 Seiten
ISBN 978-3-95470-131-5
Euro 9,95


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